Frage GS Scherplatz- Ganztagesklasse oder nicht?

7 Jahre 7 Monate her #119298 von missbadminton

Hallo liebes Forum,

wir erwägen, unser Kind nächtes Jahr für die Ganztagesklasse bei der Schererschule anzumelden, Bisher haben wir überwiegend positive Erfahrungsberichte gehört, aber auch einiges, was mich nachdenklich gestimmt hat.

Daher bin ich gespannt auf eure Erfahrugnsberichte, sowohl positiv, als auch negativ!!!
Kann natürlich auch von einer anderen Schule sein, die Ganztag anbietet. Bei uns ist es so, dass der Unterricht vormittags läuft und nachmittags (Mo-Do) Freizeitaktivitäten und ggf. Vertiefung des Stoffes. 15:30 Uhr ist Schluss.

Folgendes interessiert mich:

- Hattet ihr den Eindruck, eure Kinder "schaffen" den langen Schulalltag? Vor allem auch in den höheren Klassen? Oder ist dann nachmittags Unterricht doch noch zu viel in dem Alter? In der 1. Klasse haben sie wohl nachmittgas ohnehin nur Freizeitaktivitäten-wie also in der Mittagsbetreuung oder Hort auch. Aber später würde wohl der Stundenplan doch umgestellt.

- Musstet ihr viel extra üben oder meint ihr, die zusätzlichen Lehrerstunden bei der Ganztagsschule genügen hier und es reicht dann am Wochenende zu vertiefen? ODer hattet ihr den Eindruck, es wäre vom zeitlichen Aufwand dasselbe, wie wenn Hausaufgaben gemacht werden müssten?

- was habt ihr sonst für Erfahrungen???

Bin gespannt :cheer:

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7 Jahre 7 Monate her #119299 von Bigs

Hallo,

als unser Sohn damals in die 1. Klasse kommen sollte, wollte die Schule das erste Mal mit diesem Konzept starten. Wir waren damals total begeistert, doch kam keine Ganztagsklasse zustande, da zu wenig Kinder angemeldet wurden.

Seit dem Schuljahr 2013/14 gibt es bei uns im östlichen Landkreis nun aber Ganztagsklassen.
Ich kann Dir die Erfahrungen berichten, wie es bei uns an der Schule läuft.

Beim letzten Elternabend für die neuen 1. Klasskinder hat die Lehrerin erzählt, daß eine Ganztagsklasse für die neuen Kinder schon sehr lange ist. Manche Kinder fragen schon um 8.30 Uhr, wann endlich Unterrichtsschluß sei.

Obwohl uns Eltern damals die Ganztagsschule als "da müssen Sie als Eltern nachmittags nichts mehr mit den Kindern machen, die kommen fertig nach Hause" verkauft wurde, wurde bei einem Elternabend letztes Schuljahr in der 3. Klasse erzählt: "Ja, das, was Eltern am Nachmittag mit den Kindern machen können, wenn das Kind in einer Regelklasse ist, das können wir in der Ganztagsklasse natürlich nicht leisten".

Natürlich gibt es Kinder, die sich sehr leicht in der Schule tun. Manche können schon vor dem 1. Schultag lesen und schreiben. Ich habe diese Kinder nicht zu Hause. Und bei meinem Kleinen, der heuer in die Schule gekommen ist, muß ich am Nachmittag noch sehr viel Unterstützung leisten. Die Lehrerin liest z. B. nicht laut mit den Kindern. Das bleibt somit komplett an den Eltern hängen. Da bin ich froh, daß ich das nicht um 16.30h machen muß.

Bei uns in der 2. Ganztagsklasse sind 24 Kinder. Habe jetzt gehört, daß es wohl 8 Kinder gibt, die etwas aufdrehen. Das Gleiche kenne ich von der jetzigen 4. Klasse.
In unserem Ort werden eher "Problem"-Kinder in die Ganztags-, als in die Regelklasse gegeben.

Ich bin von dem Konzept der Ganztagsklasse nicht mehr überzeugt. Es mag bestimmt sehr gute Lehrer geben, die in der Lage sind, eine Ganztagsklasse zu leiten. Leider sind das eben nicht alle (viele) Lehrer.

Viele Grüße
Bigs

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7 Jahre 7 Monate her #119301 von nici08

Hallo,
ich kann auch nicht aus persönlichen Erfahrungen berichten. Habe mich vor 3 Jahren auch gegen das Konzept entschieden und werde unseren Zwerg nächstes Jahr auch nicht in die Ganztagsklasse geben.
Zum Einen aus dem Grund, dass Nachmittagsverabredungen - egal ob mit Freunden, Arzttermine oder Musik / Sport ect. kaum noch zu händeln sind. Spontan mal wegfahren am Nachmittag ist nicht mehr möglich.
Zum Zweiten, weil mir die Ferienbetreuung fehlt - zumindest ist es an unserer Schule so (wobei sie für nächstes Schuljahr andenken mit der zweiten GS einige Wochen abzudecken, allerdings werden die Angebote von Extern sein und pro Woche 170,-€ kosten) Im Hort oder Mittagsbetreuung sind die Ferienbetreuungen auf jeden Fall vorhanden und definitiv preiswerter.
zum Dritten habe ich von "betroffenen" Eltern erfahren, dass sie nach der Schule durchaus noch lernen müssen. Aber das ist sicherlich Kindabhängig, so wie Bigs schon schrieb. Mit meiner Tochter (3. Klasse) brauche ich i.M. noch nicht zusätzlich lernen. Sie macht ihre HA selbständig und ich brauch nur kontrollieren und ggf. ein paar Sachen gemeinsam korregieren.
Meine Beobachtungen sind auch, dass grade Kids mit Migrationshintergrund gerne in die Ganztagsklasse gehen - auch von der Schulleitung initiiert.

Viel Erfolg bei deiner Entscheidung!
Gruß, nici

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7 Jahre 7 Monate her #119304 von leolie

Hallo,
meine Tochter besucht seit diesem Jahr die Ganztagsklasse und es läuft super. Ich habe also noch keinen Langzeit-Erfahrungsbericht aber dafür bin ich noch nah dran an den Überlegungen.

Der Unterricht geht bis 15:30h. Das finde ich viel Schule für 6-7jöhrige allerdings steckt meine Tochter das prima weg, da ist aber bestimmt nicht jedes Kind gleich. Ich hatte mir auch viele Gedanken um die lange Schulzeit gemacht aber in anderen Ländern ist es z.B üblich dass die Kinder ab der ersten Klasse so lange Schule haben und da kommen auch die meisten gut damit klar. Ausserdem kann die Ganztagsklasse bei uns mehr Ausflüge machen und es gibt im Stundenplan mehr Raum für Qualitätszeit miteinander.

Bei uns gibt es Hausaufgaben nur am Wochenende. Meine Tochter ist ab 15:30 also komplett frei, freitags ab 12:15, zu der Uhrzeit werden bei uns viele Kinder aus der Mittagsbetreuung abgeholt und müssen dann oft erst noch Hausaufgaben machen, da ist es jetzt nicht leichter Freunde zu Treffen oder Sport oder Musikschule unterzubringen. Im Hort ist es sehr unterschiedlich wie gut die Hausaufgabenbetreuung funktioniert.

Bislang ist es hier in der Umgebung so dass die Lehrer wählen können ob sie eine Ganztagsklasse möchten oder nicht, ich habe den Eindruck dass dadurch eher motivierteren Lehrer dabei sind, ist natürlich ebenso nicht allgemeingültig.

Ferienbetreuung gibt es bei uns nicht da muss man sich selber darüber im klaren sein ob die Kinderbetreuung mit Großeltern, Kibelino, Lilalu, Sportvereinen, Naturindianern etc. gewuppt werden kann.

In jeder anderen Nachmittagsbetreuung müssen die Kinder zu Beginn der 1. Klasse nicht nur in der Klassengemeinschaft sondern noch in einer 2. Gruppe ihren Platz finden. Wenn sich das Kind in der Klasse wohl fühlt dann ist es auch schön den ganzen Tag dort zu verbringen, wenn nicht ist der Ganztag natürlich von Nachteil.

Ich bin davon überzeugt dass es nicht das eine, beste Konzept gibt sondern dass man sich sein Kind und die Umsetzung der Betreuung möglichst genau anschauen sollte. Bei uns war am Ende Ausschlag gebend dass ich die Lehrerin, die aller Voraussicht nach die Ganztagsklasse machen sollte, und sie jetzt zum Glück auch macht, super fand.
Viel Glück und Freude beim Entscheiden!

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7 Jahre 7 Monate her #119307 von Julie78

Hallo,

ich kann auch nur Gutes über die Ganztagsklasse berichten.
Mein Sohn ist in der 2. Klasse. Ferienbetreuung ist bei uns inklusive (das ist wohl von Schule zu Schule unterschiedlich).

Er war vorher schon ganztags im Kindergarten, daher ist das für ihn kein Unterschied und keine Umstellung.
Die Kinder haben 12 Lehrerstunden mehr in der Woche, als die Kinder einer Regelklasse. Das klingt vielleicht im ersten Moment viel und man fragt sich, schaffen die das? Aber ich sehe das eher als Luxus, statt als Strafe. Die Kinder müssen ja nicht mehr Stoff lernen, als Kinder der Regelklasse, sondern haben einfach nur mehr Zeit dazu. Insofern finde ich alles „relaxter“ und nicht so komprimiert. Lern- und Ruhephasen wechseln sich ab von 8:00 – 15:30 Uhr. Bei uns werden die 12 Stunden on-top u.a. genutzt um bpsw. die Klasse zu teilen und mit 2 Lehrkräften parallel in Kleingruppen zu unterrichten ( 13 Kinder/ 14 Kinder). Oder sie haben „Gemüse“ in HSU im Unterricht durchgenommen und sind in den Supermarkt gegangen und haben eingekauft und anschließend gekocht. Sie haben Projekte (Theater, Lesefüchse, Strong Kids) zwischendrin während des Tages. Das sorgt für Auflockerung und das Erlernte verfestigt sich, ist mein Eindruck. Dass die Hausaufgaben im Klassenverband gemacht werden, finde ich von Vorteil. Es gibt nur Freitags mal eine kleine Aufgabe, ansonsten ist alles erledigt. Und wenn ich meinen Sohn abhole ist Freizeit angesagt. Die Schulklasse wird weiterhin parallel von 2 Erziehern betreut, die sich mit den Lehrern über die Kindern austauscht und die auch die Ausflüge + AGs betreuen. Ab 16 Uhr kann man auch noch ins Freibad im Sommer oder auf den Spielplatz oder von 16:00 – 19:00 ein Kind einladen. Wir machen danach nichts mehr für die Schule und ich bin froh, dass ich daheim den Stress nicht habe. Nur am Freitag gibt es eine kleine Hausaufgabe und/ oder wir lesen ein Buch. Ich bin derzeit begeistert und mein Sohn liebt es und geht unwahrscheinlich gern in die Schule. Das ist für mich auch sehr wichtig.

Er ist aber auch ein Powerkind, der viel Action und Trouble mag und gern den ganzen Tag unter Kindern und Leuten ist. Die Kinder sind halt im Klassenverband zusammen von 8:00 – 15:30/16:00. Sie kommen da nicht raus. Wenn Du ein Kind hast, welches gern auch mal allein für sich ist und viel Ruhe benötigt, dann kann es vielleicht nicht geeignet sein.

Wünsche Dir, dass Du die richtige Entscheidung triffst.
Viele Grüße, Julie

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