Frage Grundschule, die nach Fibelmethode lehrt

8 Jahre 9 Monate her #118483 von borromaus

Hallo,
Ich suche Münchner- oder Umland-Grundschulen, die nicht mit der Anlauttabelle (Lesen durch Schreiben-Lernen) sondern nach der Fibel-Methode (oder meinetwegen auch nach der Silbenmethode) die Erstklässler unterrichten. Gibt es so etwas? Oder sind es wenn, dann nur einzelne Lehrerinnen?
Wir müssen sowieso bald umziehen und es wäre ein schlagendes Argument für bestimmte Schulsprengel!

Meine beiden großen sind sehr rechtschreibschwach aus der Grundschule in die weiterführenden Schulen gewechselt, nachdem sie mit dieser mittlerweile sehr umstrittenen Methode unterrichtet wurden. Sie soll absolutes Gift für Legastheniker und auch für Migrantenkinder sein. Leider ist sie an vielen Schulen der Standard. (In Hamburg ist sie längst verboten worden)

Ich suche eine Schule in der mein jüngster möglichst schon in der ersten Klasse Rechtschreibung lernt, ab der 2. Diktate schreibt und sich die Wörter nicht schon von Anfang an falsch einprägt!
Ich habe keine Lust, mich vor irgendwelchen Lehrerinnen rechtfertigen zu müssen, wenn ich mein Kind schon in der ersten Klasse auf falsche Wörter hinweise. Das passiert gerade einer Freundin von mir.

Bisher weiß ich es nur von der Pater Rupert Mayer Schule, die kostet aber Gebühren. An der Werdenfels Grundschule wird zumindest von Anfang an Rechtschreibung mit Hilfe von Lernwörter gepaukt.

Wer mehr über das Thema wissen möchte : einfach mal "Lesen durch schreiben" googlen.

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8 Jahre 9 Monate her #118485 von Julie78

Hallo borromaus,
Du fragtest ja konkret nach Schulen, die u.a. die Silbenmethode lehren.

Die Ichoschule in Giesing lehrt nach www.abc-der-tiere.de.
Sie schreiben die Silbern in verschiedenen Farben (rot/blau).

Du hast Dich ja intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt.
Ich hab das noch gar nicht getan. :huh:

Was ist denn der Unterschied zwischen Fibel-Methode und Silbenmethode?

Was ich noch nicht weiß, ob bei dieser Silbenmethode "Abc der Tiere" von Anfang an auf die Rechtschreibung geachtet werden wird?
(So weit sind wir noch gar nicht. Hab ein Kind in der 1. Klasse)

Viele Grüße, Julie

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8 Jahre 9 Monate her #118492 von billabo

Liebe Borromaus,

da sprichst Du ein interessantes Thema an, das mich auch umtreibt. Ich könnte mir vorstellen, dass die Silbenmethode für die Orthigraphie gut ist, kann Dir aber keine Schule nennen. Dafür ein paar weitere Gedanken zu Deiner Problematik.

Ich habe zwei Kinder, die schon vor der Schule außergewöhnlich gut lesen konnten und auch sonst sehr gute Grundschüler sind/waren. ABER: Die Rechtschreibung ist bei beiden einfach nicht gut! Kind 1 macht auch auf der weiterführenden Schule noch immer Fehler bei Standardwörtern ("irgentwie", "warscheinlich", "ferboten"). Kind 2 ist jetzt in der 2. Klasse und macht (ebenfalls) sehr viele Fehler. In unserer GS wurde die Anlauttabelle verwendet, aber da sie beide schon lesen konnten, haben meine zwei diese Methode auch nicht gebraucht/angewendet.

Ich habe mir schon oft über das Thema Rechtschreibung Gedanken gemacht und bin zu folgenden Ergebnissen gekommen.

1. Lesen hilft für die aktive Rechtschreibung - aber nur bedingt. Meine Kinder sind Leseratten können teilweise komplizierte Wörter richtig schreiben (Spielplatz bzw. Rythmus...), schreiben aber die einfachsten Wörter falsch.

2. In der Schule wird viel zu wenig geschrieben. In der zweiten Klasse haben sie seit Schulbeginn 36 Lernwörter ohne jegliche Merk- oder Lernstelle gehabt, außerdem schreiben sie kaum Sätze. Die ganzen Füllwörter (alles, nie, bisschen, ihn, herum....) werden insgesamt viel zu selten geschrieben. Wie soll ein Kind diese Wörter können, wenn es manche in der gesamten Grundschulzeit nur 2-3 mal schreiben musste?

3. In der Schule wird zu wenig korrigiert. Ich halte es für absolut falsch, Fehler auch bei nicht gelernten Wörtern einfach unkommentiert stehen zu lassen. meine Kinder merken sich die Wörter, die sie einmal (falsch) geschrieben haben und schreiben sie auch weiterhin so. Den Fehler dann wieder auszumerzen ist schwierig.

Wir sind in der Zwischenzeit dazu übergegangen zuhause regelmäßig Mini-Diktate zu schreiben und Rechtschreibregeln bewusst zu machen. In der weiterführenden Schule ist dafür aber eigentlich keine Zeit mehr.

Noch ein Erlebnis am Rande:
Beim Elternabend sagte die Deutschlehrerin von Kind 1, in der 5. Klasse würden keine Diktate mehr geschrieben, da die Rechtschreibung lt. Lehrplan mit der Grundschule als abgeschlossen gelte. Da läuft doch irgendwas schief in unserem Schulsystem...

VG,
billabo

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8 Jahre 9 Monate her #118495 von Karenina

Liebe Borromaus,

am Elternabend der Erstklässler wurde uns gesagt, dass der Lehrplan sich geändert hätte und deswegen auch in der Grundschule meines Sohnes ab sofort nach der Silbenmethode unterrichtet wird. Die beiden älteren Kinder haben in der gleichen Grundschule auch mit der Anlauttabelle das Lesen gelernt.

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8 Jahre 9 Monate her #118496 von stregaline

Anscheinend macht das jeder wie er will? Denn wenn sich der Lehrplan geändert hätte, müsste die Anlauttabelle ja verbannt sein. Unsere 1. Klassen arbeiten weiterhin mit dieser. Grundschule Mchn. Norden...Kennen keine richtigen Buchstaben, sollen aber Tomate, Melone, Banana schreiben können. Und das tolle Piriheft. Bilder malen und etwas dazu schreiben. Aber was? Wenn man noch keine Buchstaben bzw. Wörter kennt...

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8 Jahre 9 Monate her #118497 von Karenina

Aber mit "Piri" lernen sie ja nach der Silbenmethode, oder? Mein Sohn hat auch Piri und sie lernen nach Silben, trennen Vokale von Konsonanten, etc. Ich meine, es ist die Fibelmethode.

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8 Jahre 9 Monate her #118500 von borromaus

Hallo,
Danke für eure Antworten. Dann bin ich zumindest um eine Schule schlauer (Ichoschule)
Bis ca. 2013 war die Anlauttabelle (=lesen durch schreiben) in Bayern Pflicht, danach wurde es den Schulen freigestellt. Meine zwei großen Söhne 2010 und 2011 eingeschult hatten also keine Chance der Methode und dem folgenden Rechtschreibdesaster zu entkommen. Jetzt auf dem Gymnasium neben dem ganzen Lernstress noch diese Baustelle zu haben ist einfach :pinch:
Mein jüngster wird 2016 eingeschult.
Es gibt wohl drei Methoden:
Fibelmethode = Buchstabe für Buchstabe wird gelernt - mit diesen Buchstaben werden die ersten Wörter geschrieben. (Fing bei mir mit "Ui Ui" dann kam "Susi, Lisa, Ali" usw. )Der Wortschatz der Kinder wird ganz langsam aufgebaut und die richtige Schreibweise gleich dazugelernt. Die Kinder können ca. Pfingsten lesen.
Lesen durch Schreiben (Anlauttabelle) = Die Kinder lernen mit der Anlauttabelle (Bilder für jeden Buchstaben) sich Stück für Stück Wörter zusammenzusetzen, so wie sie sie aussprechen. z.B. FATA, MUTA, KINT und können so recht bald kleine Texte schreiben und bald darauf lesen. Die Buchstaben werden parallel nochmal einzeln gelernt. Es wird teilweise bis Ende der zweiten Klasse nicht korrigiert oder nur die Lernwörter. Die Kinder können Weihnachten bzw. Ostern schon lesen (je nach Schule).
Kritik an dieser Methode ist, das die Kinder sich eine falsche Herangehensweise angewöhnen (Ich schreibe wie ich spreche) und dann später umlernen müssen und Merkwörter, Mitdenkwörter und Mitsprechwörter unterscheiden lernen sollen + Groß und Kleinschreibung nachholen. Das ist für das Gehirn dreimal schwerer.
Silbenmethode = die Kinder lernen Silbenweise lesen (Jede Silbe farbig gekennzeichnet) und sie sollen so wichtige Bausteine der Rechtschreibung gleich mit lernen, da ihr Blick gleich mitgeschult wird. Groß und Kleinschreibung wird auch gleich mitgelernt.

Tja, jetzt dürfen sich die bayrischen Lehrer ihre Methode aussuchen - nur welche, dass erfährt man leider nicht auf der Schulhomepage, sondern oft erst im Klassenzimmer wenn es zu spät ist. Teilweise wenden die Lehrer der gleichen Schule unterschiedliche Methoden an. :blink:
Deshalb bitte ich um Tipps und Hinweise :unsure:

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