Frage Arbeiten mit Baby

11 Jahre 6 Monate her #1423 von claudia

Seit einigen Wochen arbeite ich wieder ein paar Stunden pro Woche. Nun merke ich, dass ich nicht mehr so gut arbeiten kann wie früher. Ich kann mich nicht mehr konzentrieren und bin ständig unter Zeitdruck, weil ich meinen Sohn ja bald bei der Tagesmutter abholen bzw. meinen Partner ablösen muss. In der Firma, in der ich arbeite, geht alles ziemlich zackig. Ich habe das Gefühl, die Termine nicht einhalten zu können. Die Arbeit an sich macht aber Spaß. Da ich immer schnell gehen muss, kann ich mich auch nicht mit anderen austauschen. Wer hat ähnliche Probleme?

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11 Jahre 6 Monate her #1428 von Carmen

Hallo Claudia,

ich habe zu arbeiten begonnen, als meine Tochter 8 Monate alt wurde. Ich habe glücklicherweise eine private Elternini, in der meine Tochter betreut wird (noch bis September, dann fängt die Schule an).

Die Umstellung ist nicht so einfach und Du wirst immer wieder auf Probleme stoßen (Kind krank, eine Betreuungsperson fällt aus...). Flexibilität und Organisationstalent ist dabei gefragt. Die Flexibilität muss aber auch ein bisschen auf Seiten des Arbeitgebers vorhanden sein. Es gibt nun mal Situationen, wo man spontan ausfällt. Auch muss man den Mut haben und sagen, ich muss um ... Uhr weg und mein Kind abholen.

Um die Situation zu entspannen, solltest Du die Betreuung so organisieren, dass nicht alles auf den "letzten Drücker" laufen muss, sondern auch ein kleiner Zeitpuffer vorhanden ist. Auch musst Du unbedingt eine Ersatzbetreuung für Notfälle haben (z.B. wenn Dein Sohn krank wird). Ich hatte auch schon die Situation, dass sowohl ich als auch mein Mann dringend ins Büro mussten und wir am Morgen die erste Windpocke sahen. Ich konnte zwar im Laufe des Vormittags weg, aber musste halt in der Früh kurz im Büro sein (an alle eventuell entsetzten Leser: meine Tochter war die Vorletzte, die bei dieser Windpockenwelle erkrankte. Die "Gefahr" für die anderen Kinder war also verhältnismäßig gering und das letzte Kind erkrankte am nächsten Tag). Ich war dann über 4 Stunden unterwegs, um mein Kind aus dem KiGa abzuholen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause zu bringen (sorry, Auto habe ich nicht). Für den nächsten Tag konnte ich meine SchwieMu als Betreuung organisieren. Aber so etwas kommt halt vor.

Grundsätzlich arbeiten Teilzeitkräfte mehr als Vollzeitkräfte. Man steht immer unter dem Druck, seine Leistung beweisen zu müssen. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, nicht einen halben Tag zu arbeiten, sondern ganze/dreiviertel Tage (anfangs 20 Std auf 3 Tage). In 4 Stunden am Tag "schafft" man einfach nicht das, was man sich vorstellt.

Bei mit ist es zudem so, dass mein Mann unsere Tochter in den KiGa bringt und abholt (ist bei ihm im Gebäude), so dass ich diesen Stress nicht habe und auch früher in die Arbeit gehen kann. Vielleicht kannst Du das mit Deinem Partner auch ähnlich machen (z.B. dass er morgens bringt und Du abholst).

Ich hoffe, ich konnte Dir ein paar Anregungen geben. Überdenke mal Deinen Tagesablauf und überlege, wie man ihn besser organisieren könnte, damit Du Dich nicht selbst zu sehr zeitlich unter Druck setzt.

Alles Gute!

Carmen

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11 Jahre 6 Monate her #1433 von Anna

Hallo Carmen,

Damals als ich angefangen habe stunden weise zu Arbeiten, habe ich den gleichen Problem gehabt.
Hab alles versucht mit Tagesmutter/ Kinderfrau und hat leider nichts funktioniert, bis ich von meiner Freundin ein Typ bekomme ein Au pair zu holen.
Seit wir Au pair haben, kann ich ganz normal Arbeiten gehen ohne Angst das meine Kinderfrau/Tagesmutter nicht kommen kann, uns das zweite ich muss nicht immer hin und her Fahren. Ich kann die nur empfehlen, ein Au pair zu nehmen sie hilft im Haushalt und bei Kinderbetreuung, wenn du mehr Infos brauchst melde dich bei mir.

Viele Grüße

Anna
:) :)

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11 Jahre 6 Monate her #1434 von Anna

Sorry Carmen,

ich wollte Claudia schreiben!!!
:(

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11 Jahre 6 Monate her #1436 von Carmen

Hallo Anna,

hab´s mir grad gedacht :) , dass Du die Namen verwechselt hast.

Zum Au Pair: Leider funktioniert das nur, wenn man ein Haus mit einem entsprechenden Zimmer (möglichst mit eigenem Bad, also z.B. ausgebautes Dachgeschoss) hat. Wer nur eine Wohnung hat, kann ein Au Pair leider meist nicht unterbringen (außer man hätte ein Zimmer übrig, aber wer hat das schon).

Gruß

Carmen

PS: Übrigens gibt es bei Krankheit des Kindes den Verein "Zu Hause gesund werden". Info´s irgendwo hier auf der Seite (hab grad keine Zeit zum Nachsehen).

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11 Jahre 6 Monate her #1441 von Jul

Hallo Claudia,

als ich wieder angefangen habe war mein Sohn 3,5 Monate und die Betreuung meine Mutter.

Ich empfand es eigentlich ganz bereichernd, in dieser Zeit besonders effektiv zu arbeiten: sobald mein Sohn schlief oder meine Mutter da war bin ich an den Computer gestürzt und habe losgelegt. Dadurch, dass es immer nur ein paar Stunden waren, konnte ich wirklich mit voller Konzentration arbeiten. Ich hatte am Anfang eher das Problem dass ich nicht über einen längeren Zeitraum konzentriert war.

Zusätzlich habe ich aber ein anderes Aufgabengebiet übernommen, in dem ich sicherer war und keine Absprache benötigte. Ich fühlte mich also nicht überfordert und hatte keinen direkten Termindruck (außer den den ich mir selber gemacht habe).

Carmen hat ja schon einige tolle Tips gegeben. Ich würde vielleicht in dieser Phasae versuchen, abends, mittags beim Schläfchen des Kindes oder am Wochenende zu arbeiten um ein bisschen Luft zu schaffen, bis es wieder besser wird.

Wenn Du Dich dann an die Situation gewöhnt hast, wird auch das Arbeiten wieder leichter und Du relaxter! Wenn nicht, würde ich Konsequenzen ziehen: entweder bist Du überfordert oder Du musst zeitlich mehr arbeiten (zeit aufstocken).

Auch heute ist aber so, das wenn ich zB eine Schulung habe, dannach echt platt bin!
Ich habe mir inzwischen auch die Zeitpuffer geschaffen, wie auch schon Carmen: ich arbeite eigentlich 6 h pro Di und Do, bleibe aber 8 Stunden im Büro! Das gibt dicke Zeit für Mittag und Ratschen mit den Kollgen! Das mache ich aber erst, seit mein Sohn ca. 9 Monate war. Davor war es mitunter echt stressig!

Viel Durchhaltevermögen!
Julia

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11 Jahre 6 Monate her #1444 von Carmen

Hallo nochmals,

im Münchner Merkur ist heute ein Artikel mit dem Titel "Drei "Engel" fürs Kind: Au-Pairs, Tagesmütter, Ganztagsschulen" (Seite 30 im Wirtschaftsteil). Leider kann ich den Artikel gerade online nicht finden.

Zu Au-Pairs eine Anmerkung: Au-Pairs haben nur ein Visum für 12 Monate ohne Verlängerungsmöglichkeit. Daher muss man sich dann wieder um eine neue Betreuung (neues Au-Pair) kümmern und die Bezugsperson fürs Kind wechselt.

Der Artikel nennt auch einige interessante Links:

Tagesmütter:
Im Freistaat vermitteln die Tagesmütter Bayern www.tagesmuetter-bayern,de 0911/7493351 oder der Verein Tageseltern München www.tageseltern-muenchen.de 089/6887707 geeignete Kräfte. Auch die Jugendämter vor Ort helfen bei der Suche nach einer Tagesmutter.

Au-pairs:
Zu den anerkannten Au-pair-Vermittlern und -Betreuern gehöhren kirchliche Vereinigungen wie www.invia.caritas.de oder www.vij-deutschland.de . Die Dachverbände www.rdav-online.de / www.au-pair-society.org bieten einen nach Postleitzahlen sortierten Überblick ihrer Mitgliedsagenturen und haben eine kostenlose 24-Stunden-Hotline für Katastrophen eingerichtet: 0800 110287247.

Ganztagsschulen:
Die Homepage des bayerischen Kultusministeriums www.stmuk.bayern.de präsentiert und dem Stichwort "Schule" einen ausführlichen Überblick über Ganztagsbetreuungsangebote.

Nur zur Info!

Gruß

Carmen

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