Re:Sarrazin... - 10.09.2010 16:53Aus meiner Familie kann ich sagen, meine Eltern sprechen eher mäßig deutsch. Aber sie haben sich bemüht. Trotz der nicht perfekten Deutschkenntnisse war mein Vater selbstständig und meine Mutter hat in einer renomierten Altenpflegestation gearbeitet. Ich würde sagen, wenn ein Arbeitwille da ist, kann man auch mit mäßigen Deutschkenntnissen einen Job bekommen
Post geändert von: 4fachMami, am: 10.09.2010 16:54
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Irmgard
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Re:Sarrazin... - 10.09.2010 22:18Hallo!
Es kristallisiert sich allmählich heraus, dass es vor allem um die Sprache geht.
Deutschland als Kultur- und Wirtschaftsnation ist anscheinend in seinem Fortbestand ziemlich bedroht, weil ein paar hartnäckige Integrationsverweigerer ständig zu spät zum Deutschunterricht kommen und die Kopftuchmammis ihrer zahlreichen Nachkommenschaft die deutsche Grammatik nicht erklären können.
Gruß Irmgard
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Marianne
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Re:Sarrazin... - 10.09.2010 23:21Hallo,
mein Beitrag bezieht sich nicht auf Irmgards Beitrag, den ich nicht kommentieren will, sondern auf die vorherigen Beiträge.
Es ist leider schon so, dass auch gut ausgebildete Menschen mit ausländischem Namen, und da gehe ich jetzt davon aus, dass Menschen mit türkischen Namen dazugehören, bei gleicher Qualifikation im Berufsleben benachteiligt werden. Dies wurde wiederholt festgestellt und es ärgert mich jedesmal, wenn ich so etwas mitbekomme.
Viele Grüße
Marianne
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4fachMami
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Re:Sarrazin... - 10.09.2010 23:41mein kollege ist türke...merkt man ihn ausser an der optik gar nicht an..er verdient besser als ich..da studierter Mathematiker. Ich denke schon, wenn sich die Leute reinhängen, verdienen sie genausogut oder besser wie die deutschen Bürger. Aber gut, es ist natürlich überall anders
Post geändert von: 4fachMami, am: 10.09.2010 23:42
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AngieH.
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Re:Sarrazin... - 11.09.2010 00:03Hallo
jetzt juckt es mich doch in den Fingern ...... wollte mich da eigentlich raus halten, weil ich befürchte, daß es falsch ankommt.
Ich habe beruflich viel mit verschiedenen Herkunftsländern zu tun, und konnte da seit vielen Jahren Erfahrungen sammeln. Meiner Erfahrung nach ist die Motivation sich zu integrieren, die Sprache zu lernen, aktiv zu sein, bei den Menschen am Größten die "kürzlich" eingereist sind, geflüchtet sind. Da ist es ein Privileg in Deutschland zu sein, sicher zu sein, in keinem Kriegsgebiet, Essen zu haben, Hygiene, Krankenhäuser, Unterstützt zu werden, ...... diese Menschen haben einen sehr großen Ehrgeiz die Sprache zu lernen und Arbeit zu finden.
Familien mit Migrationshintergrund die in der zweiten oder dritten Generation da sind, kommen oft so zurecht und leben in ihren Kreisen. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß in unserem Kindergarten die türkischen Männer sich die Frauen von zu Hause geholt haben. D.h. die haben einfach eine andere Bildung, durften teilweise nicht zur Schule und nicht wenige können nicht lesen und schreiben. Auch nicht in ihrer Heimatsprache. Dementsprechend ist für diese Frauen schwer möglich die Kinder zu unterstützen und zu begleiten. Und die Männer arbeiten meist viele Stunden in Schichtdiensten. Die Frauen nehmen oft aus Scheu, Ängsten und anderen Prioritäten die Angebote zum Deutsch lernen nicht an. Bei einigen möchten es auch die Männer nicht so gerne.
Und ich hatte einmal eine ganz tolle Sitzung zu dem Thema Integrationsproblematik, was für Möglichkeiten es gibt u.s.w. es waren alle Schule, Kindergärten aus dem Stadtteil eingeladen. Das wurde von der Stadt München organisiert in Verbindung mit einem türkischen Verein. Tja, es waren drei Einrichtungen gekommen, .......
Was da aber dann ein interessanter Aspekt war der von dem Chef eines türkischen Vereins zur Integration kam: daß die Deutschen damals die "einfachen" Leute aus den Bergdörfern ect. geholt haben, um hier die Arbeiten zu erledigen die kein Deutscher machen wollte ...... es wurden gezielt Menschen mit weniger Bildung geholt ( aufgrund von deren Lebensort, Möglichkeiten und nicht wegen ihrer Gene - nicht das ich falsch verstanden werde ) Der sagte dann wörtlich zu uns: das man sich jetzt nicht wundern darf, wenn diese Generationen zu Bildung, Schule einen anderen Bezug haben. Die setzen ihre Prioritäten einfach woanders - Familie, Tradition, Glaube, Zusammenhalt, ehrlich sein Geld verdienen - aber nicht darin daß die Kinder supergut in der Schule sind.
Mich persönlich stört immer wieder der Gedanke : Deutsch lernen sie schon im Kindergarten. Ich kann Euch gar nicht sagen, wie oft ich in Anmeldegesprächen diesen Satz gehört habe, auf meine Frage ob das Kind schon ein bißchen deutsch kann. Das "Deutsch lernen" ist die Aufgabe von einer sozialen Einrichtung - und diese Einstellung müßte sich ändern. Denn gerade für die Kinder ist es eine Quälerei sich ohne ein Wort durch den Alltag schlagen zu müssen. Erst in ausführlichen Anmeldegesprächen merken die Eltern oft, was sie da von ihrem Kind erwarten.
Was ich auch etwas unfair empfand - es gibt ja diese berühmten Deutsch-Kurse die Kindergarten und Grundschule im Vorschulalter erfüllen müssen. Alle Kinder mit Migrationshintergrund durften daran teilnehmen, aber deutsche Kinder die ähnliche Probleme haben, dürfen daran nicht teilnehmen. Für die gibt es nicht die Möglichkeit sich durch 120 Std. gezielter auf die Schule vorzubereiten.
Grüße AngieMit meiner Großen 11/04 und meiner Kleinen 04/07 und
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AngieH.
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Re:Sarrazin... - 11.09.2010 00:06Hallo
ich nochmals -
daß mit dem Nachnahmen stimmt defintiv.
Ich hatte vor meiner Hochzeit einen deutschen Nachnamen.
Jetzt einen eindeutig ausländischen Nachnamen.
tja, es kann gut sein, daß meine Tochter in der Klasse mit den Migrationskindern landet, bzw. so gesehen wird. Denn seit sie nicht mehr nach dem Paß gehen können ( weil ja fast alle schon deutsche Pässe haben ) gehen die Schulen bei der Einteilung gerne nach den Nachnamen.
Wobei ich sagen kann - in meinem Multi-Kulit Kindergarten kam ich mit meinem ausländischen Nachnamen besser an. Die Familien mit Migrationshintergrund waren viel freundlicher und offener. Sind eben alle mit Vorurteilen belastet, nicht nur wir Deutschen
Grüße AngieMit meiner Großen 11/04 und meiner Kleinen 04/07 und
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Karina
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Re:Sarrazin... - 11.09.2010 11:45Hallo AngieH,
hast eine pn.
Karina
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rapuntzel
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Re:Sarrazin... - 11.09.2010 20:53Es gibt heute in SZ einen Artikel über das Thema Integration. Sehr optimistisch eigentlich Es wurde auch die Rolle von Kindergarten und der Schule betrachtet. Genau das, was AngieH schreibt. Obwohl man da der Meinung ist, dass es noch viel mehr Förderung geben soll um den Kindern von ungebildeten Eltern einen Chance im Leben zu geben. Integration passiert in der Schule, heißt es. Mir hat es sehr gut gefallen.
Post geändert von: rapuntzel, am: 11.09.2010 20:54
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AngieH.
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Re:Sarrazin... - 11.09.2010 21:15Hallo
also meiner Erfahrung nach, ist es in der Schule oft zu spät.
Die Familien fühlen sich unter Druck gesetzt, merken, daß die Kinder nicht mithalten können üben plötzlich total viel Druck auf die Kinder aus, wenn sie merken, daß Defizite da sind die Kinder verstehen die Welt nicht mehr, warum sie plötzlich mitmachen sollen, Deutsch reden müssen u.s.w.
Die Integration muß im Kindergarten beginnen, denn da geht es auch mehr über eine familiäre Beziehung. Es steht noch nicht die Leistung des Kindes im Vordergrund. Aber die Schwierigkeit ist an die Eltern rechtzeitig "heran" zu kommen, einen Draht zu finden, den Wert von Deutscher Sprache und Schule zu verdeutlichen. Obwohl ich 2 Jahre an manche Familien hin geredet habe, waren sie dann total überrascht als die Schule die Kinder kritisiert hat, weil sie keine ganzen Sätze konnte.
Und das mit den Deutsch- Förderkursen ist so eine Sache - denn es hatte auch einen blöden Beigeschmack. Erstens haben sich die Eltern darauf verlassen, daß die Kinder da schon Deutsch lernen. Aber es ist ja eigentlich nur eine Hilfestellung, kein Sprachkurs für Anfänger. Zweitens hieß es plötzlich, wozu im Kindergarten auf Deutsch achten, die Grundschule macht das schon. Leider wurde dann den 80 Std. in der Grundschule mehr Wert zugemessen, als 3 - 4 Jahren Kindergartenalltag.
Es ist ein verdammt schwieriges Thema.
Ich denke der Knackpunkt ist "es muß eine Beziehung vorhanden sein" damit Integration einfacher wird. Und wie diese schaffen ? bevor es schon knapp ist
Grüße AngieMit meiner Großen 11/04 und meiner Kleinen 04/07 und
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